Was ist „der deutsche Mittelstand“?

Alle in dieser Studie analysierten Unternehmen wurden aus der Grundgesamtheit des deutschen Mittelstandes ausgewählt. „Deutscher Mittelstand“ bezeichnet dabei alle Unternehmen, die ihren Firmenhauptsitz in Deutschland haben und maximal 60.000 Mitarbeiter beschäftigen. Eine gesetzlich vorgeschriebene Definition des „Mittelstandes“ gibt es nicht. Daher wurde diese Eingrenzung verwendet um möglichst viele Firmen zu erfassen und gleichzeitig eine sinnvolle Abgrenzung gegenüber Großkonzernen zu schaffen[4,5].

Einige mittelständische Firmen gehören zu den Familienunternehmen. Dieser Begriff bezeichnet ein Unternehmen, welches maßgeblich von einer Familie oder einem in der Anzahl beschränkten Eigentümerkreis beeinflusst wird. Bei einem „familienbeherrschten“ Unternehmen (Familienunternehmen im weiteren Sinne) halten maximal drei Familien mindestens 50 % der Anteile an dem Unternehmen. „Familiengeführte” Unternehmen (Familienunternehmen im engeren Sinne) sind solche Betriebe, in denen maximal zwei Familien mindestens 50 % der Unternehmensanteile halten[6]. Daneben zählen viele mittelständische Unternehmen zu den sogenannten „Hidden Champions“. Dabei handelt es sich um kleine und mittelständische Unternehmen, die jedoch auf dem Weltmarkt eine führende Rolle spielen. Der Begriff wurde erstmals von Prof. Hermann Simon als Bezeichnung für die meist unbekannten Unternehmen, die hinter dem deutschen Exporterfolg stehen, verwendet. Er verfasste ein Buch über die Strategien dieser Unternehmen auf dem Weg zu Weltmarktführern ihrer Wirtschaftsbranche und die Herausforderungen der Globalisierung. Ein Produkt, ein Markt – das ist die klassische Strategie der Hidden Champions. Die meisten Unternehmen agieren global und sind in ihrem Bereich Weltmarktführer[7].

Warum eine Studie über den deutschen Mittelstand?

Auch wenn diese Firmen nicht die Titelseiten des Managermagazins oder der Wirtschaftswoche schmücken, sind diese Unternehmen prädestiniert, in einer Studie analysiert zu werden. Der Zusammenhang zwischen Innovation, Schutz des geistigen Eigentums und Erfolg ist bei kleineren Firmen wie beispielsweise SWS-Eurodrive, Kathrein oder KUKA deutlicher herauszuarbeiten, als bei großen Konzernen wie Daimler, Siemens oder BMW. Ein Blick auf die positiven Patentzahlen und Gewinnbilanzen vieler mittelständischer Unternehmen weckt zusätzliches Interesse. Wie schaffen es diese vergleichsweise kleinen Firmen auf dem internationalen Markt bestehen zu können?

Wachstumslokomotive Mittelstand

Wachstumslokomotive, Innovationsmotor, Patent-Europameister, Umsatztreiber sind nur einige der Begriffe, die in aktuellen Artikeln, Studien und Beiträgen mit dem Mittelstand in Verbindung gebracht werden. „Der Mittelstand ist stärker als Klein- und Großunternehmen“. „Er ist der Wachstumstreiber der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa“. Besonders erfolgreich sind dabei deutsche Mittelständler[8].
Trotz des oft vermeintlich glanzlosen Images von grauen Werkshallen, Schichtdienst und Bodenständigkeit sind besonders die europäischen Industrienationen vom Mittelstand als wirtschaftliche Größe abhängig. Diese Unternehmen sichern den Wohlstand, die Arbeitsplätze und den Sozialstaat[9]. Dies gilt nicht nur in Zeiten von wirtschaftlicher Expansion, sondern auch in Zeiten der Rezession. Während die Großkonzerne in den Krisenjahren durch Arbeitsplatzabbau und Verlagerung der Arbeitsplätze in „Billiglohnländer“ reagierten, schufen die mittelständischen Unternehmen neue Arbeitsplätze[10]. Die geringere Größe der Unternehmen und die damit verbundene Flexibilität bringen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil, der die mittelständischen Unternehmen so interessant für die Wirtschaft und diese Studie macht. Viele Mittelständler agieren mittlerweile global und können so weltweite Trends nutzen, um regionale Rezessionen auszugleichen[11]. Dabei sind diese Unternehmen aber immer noch klein und flexibel genug, um Corporate Entrepreneurship, Flexibilität in der Produktvariation, Kundennähe und Innovativität zu gewährleisten. Entscheidende Vorteile, die Mittelständler nutzen können, um sich so von Großkonzernen abgrenzen.

Mittelstand als Innovationsmotor, Innovationen als Motor des Mittelstandes

Durch kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) erstellen mittelständische Unternehmen individuelle Lösungen für die Probleme ihrer Kunden[12]. Die Mittelständler können dank der größeren Kundennähe die Geschäftspartner in den Innovationsprozess besser integrieren als Großkonzerne. Die Innovationskraft und die damit verbundenen Entwicklungen neuer Lösungen, sowie Effizienz- und Produktivitätssteigerungen machen sie zur „zentralen Triebfeder des gesamtwirtschaftlichen Wachstums“[8].

Während bei vielen Großkonzernen Innovation und Entrepreneurship nur im Firmenleitbild verankert sind, stellen diese Schlagwörter die gelebte tägliche Unternehmenspraxis im Mittelstand dar. Die Firmengröße macht zudem die Flexibilität möglich, die notwendig ist, um Innovationen nahe an Markttrends entwickeln zu können.

Der Erfolg des deutschen Mittelstands

Die Innovationsstrategien deutscher mittelständischer Unternehmen sind Wegbereiter für den wirtschaftlichen Erfolg: Innovationskraft ist dabei der Ausgangspunkt. Mittelständische Unternehmen sind Weltweit die Nummer 1[13].
Es liegt nahe, Erfolgsfaktoren beim Weltmeister selbst zu analysieren. Politik und Wirtschaft sehen in der Innovationsfähigkeit des Mittelstandes die wichtigste Quelle für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland[11]. Mit der ständigen Neu- und Weiterentwicklung von Produkten sichern sich die deutschen Unternehmen die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Beweis hierfür ist unter anderem die Tatsache, dass mittelständische Firmen aus Deutschland deutlich mehr Patente anmelden als die europäische Konkurrenz[14]. Von rund 450 deutschen Mittelständlern verankern 70% Innovationsziele im Unternehmensleitbild. 85% bezeichnen sich als innovationsfähig und rechnen mit Umsatzzuwächsen aus zukünftigen Neuentwicklungen[15].
Die Firmen können so auf neue Herausforderungen sehr gut reagieren. Deutsche Mittelständler schufen während der Krise zwischen 2007 und 2010 etwa 84.000 neue Stellen, während größere Konzerne Stellen abgebaut haben [8].

Das Erfolgsgeheimnis der Besten – Die Bedeutung von Patenten für den Mittelstand

Der Zusammenhang zwischen Innovation und Wachstum ist eine bekannte Tatsache aus der Wirtschaftsliteratur [16]. Eine Analyse der Patent- und Unternehmensentwicklung des deutschen Mittelstandes soll die Zusammenhänge des Erfolges offenlegen. Patente scheinen ein Kernelement auf den von zunehmender Wettbewerbsintensität gekennzeichneten Märkten der globalisierten Welt zu sein. Die deutschen Weltmarktführer behaupten sich durch Patentschutz gegen eine immer größere Konkurrenz aus China und anderen Wachstumsländern[17].

Quellenangaben

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